Mit Anstand Abstand halten: "Solidarisch ist man nicht alleine"

Absage der 1.-Mai-Kundgebungen 2020

(21.03.2020) "Wir knnen es heute schon beobachten: berall erblhen neue Formen der Solidaritt", erklrt der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann angesichts der Corona-Krise. Die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus zwinge die Gewerkschaften aber auch zu einer historisch einmaligen Entscheidung: "Schweren Herzens mssen wir die 1. Mai Kundgebungen dieses Jahres leider absagen. Solidaritt heit in diesem Jahr: Abstand halten!"



Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB):

Die Corona-Pandemie bedeutet ein Leben im Ausnahmezustand: Viele Menschen knnen nicht zum Arbeitsplatz, unsere Kinder nicht in die Schulen und Kitas, wir sehen unsere Verwandten nicht mehr, unsere Freundinnen und Freunde, unsere Kolleginnen und Kollegen. Viele sorgen sich um ihre Existenz.

Auch wir Gewerkschaften sehen uns aktuell mit einer neuen Situation konfrontiert, die uns alle extrem fordert. Wir wissen aber auch, wieviel Solidaritt bewirken kann. Die Gewerkschaften haben ihre Kraft und Durchsetzungsfhigkeit schon immer aus dem Freinander-Einstehen der Vielen bezogen. So haben sie fr mehr Gerechtigkeit gesorgt und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen erkmpft. Darum geht es auch heute wieder: Auch jetzt knnen und mssen wir solidarisch Leben retten. Wir knnen Verantwortung bernehmen. Fr uns, und fr alle anderen.

Die Solidaritt, die die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus uns allen abverlangt, zwingt uns auch zu einer historisch einmaligen Entscheidung. Schweren Herzens mssen wir die 1. Mai Kundgebungen dieses Jahres leider absagen. Solidaritt heit in diesem Jahr: Abstand halten! Nchstes Jahr werden wir wieder mit vielen Menschen die Straen und Pltze fllen und den 1. Mai feiern: Das - weltweit - grte Fest der Solidaritt. Und wir werden feiern, dass wir die Corona-Krise gemeinsam berwunden haben.

Heute aber gilt es erst einmal jenen zutiefst zu danken, die uns tagtglich - mit hohem Risiko fr die eigene Gesundheit - vor dem Virus schtzen, unsere Versorgung gewhrleisten und die ffentliche Sicherheit aufrechterhalten. Wir mssen sie untersttzen, wo immer mglich! Ob Pflegerinnen und Pfleger, rztinnen und rzte, die Kassiererinnen und Kassierer im Supermarkt, die Einsatzkrfte bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten, die Beschftigten bei Ver- und Entsorgungsdiensten, LKW- und Bus-Fahrerinnen und -Fahrer oder das Zugpersonal - sie alle verdienen unseren Respekt und unsere Solidaritt. Wir alle mssen uns jetzt dafr einsetzen, dass ihre Arbeit angemessen gewrdigt wird und sie anstndige Arbeitsbedingungen haben.

Die Solidaritt der Gesellschaft brauchen aber auch diejenigen, die von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie besonders betroffen sind, die um ihre Existenzgrundlage frchten oder um die ihrer Familien, die von Betriebsschlieungen, Kurzarbeit oder Geschftsaufgabe bedroht sind. Viele Menschen mssen zuhause arbeiten und sich gleichzeitig um ihre Kinder kmmern. Wir mssen dafr sorgen, dass ihr Arbeitsplatz und ihr Einkommen gesichert bleiben. Wir warnen Arbeitgeber vor jedem Versuch, die Situation zu missbrauchen und Arbeitnehmerrechte einzuschrnken! Wir fordern von der Politik, dass sie alle notwendigen Mittel zur berwindung der Krise mobilisiert.

"Solidarisch ist man nicht alleine", das gilt auch mit Blick auf Europa. Der Virus kennt keine Grenzen. Deshalb mssen die Regierungen der Europischen Union eng zusammenarbeiten und ihre Manahmen zur Bekmpfung der Pandemie miteinander abstimmen. Wir werden es nicht zulassen, dass der Kampf gegen das Corona-Virus den Nationalisten in die Hnde spielt und sich zum Spaltpilz fr das geeinte Europa entwickelt. Angst, Wut und Nationalismus sind keine guten Ratgeber. Nur mit Solidaritt, mutigem und entschiedenem Handeln und Besonnenheit stehen wir die Krise gemeinsam durch.

Wir knnen es heute schon beobachten: berall erblhen neue Formen der Solidaritt, wie Nachbarschaftshilfen, Einkaufsgemeinschaften oder Jugendorganisationen, die alte Menschen und andere Hochrisiko-Gefhrdete untersttzen. Knstlerinnen und Knstler zeigen ihre Kunst im Netz, Museen ffnen virtuell, Schulen entwickeln innovative Lehrmethoden. Allerorts leben Menschen vor:

Solidarisch ist man nicht alleine! Solidaritt ist ansteckend!



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