11. Nationale Maritime Konferenz am 22./23. Mai in Friedrichshafen

IG Metall erwartet aktive Industriepolitik fr die maritime Wirtschaft

(17.05.2019) Die Bundesregierung muss die maritime Wirtschaft und die Schiffbauindustrie mit ihren herausragenden Kompetenzen der Systemintegration in der nationalen Industriestrategie verankern. Mit dieser Forderung will die IG Metall auf der 11. Nationalen Maritimen Konferenz am 22./23.5.2019 in Friedrichshafen fr eine aktive Industriepolitik der Bundesregierung werben.

"Von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erwarten wir in Friedrichshafen eine klare Zusage, dass die maritime Wirtschaft in der nationalen Industriestrategie aufgegriffen wird", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Kste. Der von ihm beschriebene "Spielraum des Staates fr aktive und aktivierende Gestaltung" msse in der maritimen Wirtschaft, die insbesondere im Marineschiffbau von staatlichen Auftrgen und Entscheidungen abhngig ist, genutzt werden. "Auch berlegungen fr einen Erwerb von Unternehmensanteilen durch den Staat drfen kein Tabu sein."

Die IG Metall ist mit einer greren Delegation aus den Bezirken Kste und Baden-Wrttemberg auf der Konferenz vertreten. "Vom Bodensee bis zur Kste: Wir zeigen in Friedrichshafen, dass die maritime Wirtschaft in ganz Deutschland prsent ist. Betriebsrte von Werften und aus der Windindustrie an der Kste machen sich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen von Maschinenbauern und Werften aus Baden-Wrttemberg fr die Branche stark", sagte Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall-Baden-Wrttemberg. "Bei MTU und ZF in Friedrichshafen, aber auch bei weiteren Betrieben im Sdwesten stellen Tausende Menschen Produkte fr die maritime Wirtschaft her."

Die IG Metall fordert eine strke Zusammenarbeit der Unternehmen auf nationaler und europischer Ebene. "Die mittelstndisch geprgten, teilweise inhabergefhrten Unter-nehmen in Deutschland brauchen Partner im In- und Ausland. Zusammenschlsse und strategische Kooperationen knnen Wettbewerbsnachteile gegenber staatlich geprgten Grounternehmen in Sdostasien, aber auch in Frankreich und Italien ausgleichen", erklrte der Bezirksleiter der IG Metall Kste, Geiken.

Die Gewerkschaft begrt den im Vorfeld der Konferenz erarbeiteten Vorschlag, Vergaberichtlinien bei der ffentlichen Beschaffung unter "Einbeziehung qualitativer, innovativer, sozialer und umweltbezogener Aspekte" zu berarbeiten. "Es darf bei Vergaben nicht nur um billig und billiger gehen. Uns geht es dabei um die Sicherung von Tarifvertrgen und die Verhinderung von Lohndumping durch Leiharbeit und den Missbrauch von Werkvertrgen", sagte Bezirksleiter Geiken. "Tarifvertrge stehen fr qualitativ hochwertige Arbeit. Dass muss bei der berarbeitung der Richtlinien mit einbezogen werden."

Mit einer gemeinsam entwickelten Bildungsoffensive, die mageblich von den Sozialpartnern getragen werden soll, will die Branche dazu beitragen, dass sie auch in Zukunft gengend gut ausgebildete Fachkrfte hat. "Die Unternehmen sind aufgefordert, deutlich mehr Ausbildungspltze anzubieten. Die Ausbildungsquote im Schiffbau ist mit 6,2 Prozent auf den niedrigsten Wert seit mehr als zehn Jahren gefallen", so der Bezirksleiter Kste.

Weiteres Thema der Konferenz ist die Offshore-Windenergie. Nach Ansicht der IG Metall mssen die Ausbauziele fr Offshore-Windenergie auf mindestens 20 GW bis 2030 und mindestens 30 GW bis 2035 sowie durch die kurzfristige Spezifikation des im Koalitionsvertrags genannten Sonderbeitrags Offshore angehoben werden. "Um den Heimatmarkt zu strken und Arbeitspltze in der Windindustrie zu sichern, braucht es endlich einen verlsslichen Ausbaupfad. Mit der Stop-and-Go-Politik der vergangenen Jahre muss endlich Schluss sein", heit es in einem Positionspapier, das die IG Metall zur Nationalen Maritimen Konferenz verfasst hat. Die Gewerkschaft fordert auf Grund der rasanten Vernderungen in der Wirtschaft ein Transformationskurzarbeitergeld fr 24 Monate. Wegen der langen Vorlaufzeiten fr Offshore-Projekte sei dieses auch fr den Erhalt von Arbeitspltzen in der Windbranche wichtig.

:: Positionspapier (PDF | 106 KiB)



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