Ein Drittel der 18.000 Arbeitspltze auf den Werften sind akut gefhrdet

IG Metall-Bezirksleiter Friedrich: »Corona-Krise geht an die Substanz des Schiffbaus in Deutschland«

(25.09.2020) Die IG Metall Kste warnt vor einem massiven Arbeitsplatzabbau auf den Werften und befrchtet die Schlieung von Standorten. "Die Corona-Krise geht an die Substanz des Schiffbaus in Deutschland", sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Kste, bei der Vorstellung der diesjhrigen Schiffbauumfrage, die die Agentur fr Struktur- und Personalentwicklung (AgS) im Auftrag der IG Metall Kste durchgefhrt hat. "Nach den Ankndigungen der Unternehmen sehen wir mehr als ein Drittel der 18.000 Arbeitspltze auf den deutschen Werften als akut gefhrdet an."

Politik in Bund und Lndern sowie Unternehmen forderte Friedrich zum schnellen und entschlossenen Handeln auf. "Die Werften sind wichtige industrielle Kerne, die gute Arbeitspltze mit Tarifvertrgen bieten. Um sie durch die Corona-Krise zu bringen, ist eine gemeinsame Kraftanstrengung ntig", so der IG Metall-Bezirksleiter. Es gehe jetzt darum, die Strukturen zu sichern und dafr schnell Geld aus den Hilfsprogrammen der Bundesregierung bereitzustellen. "Damit gewinnen die Unternehmen Zeit, um auf die Verwerfungen etwa auf dem Kreuzfahrtmarkt reagieren zu knnen, ohne zum Kahlschlag bei den Beschftigten anzusetzen."

Um fr Arbeit auf Werften und bei Zulieferern zu sorgen, sei auch die Bundesregierung gefordert. Sie msse die angekndigten Auftrge fr die Marine und andere Behrden zgig vergeben. "Unsere Kolleginnen und Kollegen verlieren die Geduld. Briefe und Papiere - etwa zur Schlsseltechnologie Marineschiffbau - sind genug geschrieben. Wir werden jetzt fr unsere Forderungen Druck machen, auch mit Aktionen auf der Strae", sagte Friedrich. Von den Arbeitgebern verlangte er, nicht nur ber angeblich zu hohe Kosten zu reden, sondern ber die Qualitt im Schiffbau: "Wir mssen besser und nicht billiger sein, um uns auf dem Weltmarkt durchzusetzen."

Die Befragung verzeichnet erstmals seit fnf Jahren einen leichten Rckgang bei der Beschftigung. Auf den Werften arbeiten aktuell 18.115 Stammbeschftigte. Das ist ein Rckgang von einem Prozent gegenber dem Vorjahr. Auch wenn einige Werften weiter-hin einen hohen Anteil an Werkvertragsbeschftigten haben, ist die Gesamtzahl whrend der Corona-Pandemie unter anderem durch die zeitweise Schlieung von Werften zurckgegangen.

Die Prognose der befragten Betriebsrte fllt berwiegend negativ aus: Rund die Hlfte geht davon aus, dass in den nchsten Monaten in ihren Unternehmen weitere Arbeits-pltze abgebaut werden. Neue Auftrge sind so gut wie keine eingegangen. Die Markteinschtzung hat sich insbesondere im Passagier- und Spezialschiffbau deutlich eingetrbt.

Die 29. Schiffbauumfrage im Auftrag der IG Metall Kste umfasst insgesamt 39 Werften, die zum Stichtag am 1. September 2020 insgesamt 18.115 Beschftigte zhlten.

:: Ergebnisse Schiffbauumfrage 2020 (PDF | 641 KiB)

:: Forderungen Schiffbau (PDF | 2531 KB)



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