Die Handwerkskammer

(27.02.2015)

Die Handwerkskammer ist eine Selbstverwaltungseinrichtung der mittelstndischen Wirtschaft zur Vertretung der wirtschaftlichen Interessen des Handwerks gegenber Parteien, Parlament und Regierung.

Die Handwerkskammern sind auch fr die Lehrlingsausbildung und die Gesellen- und Meisterprfung zustndig. Die Handwerkskammern sind ffentlich-rechtliche Krperschaften; Zwangsmitglieder sind die selbstndigen Handwerker und Inhaber handwerklicher Betriebe sowie deren Gesellen und Auszubildende/Lehrlinge (nicht dagegen die Angestellten und die ungelernten und angelernten Arbeiter) Der deutsche Handwerkskammertag (DHKT) ist als privatrechtlicher Verein mit freiwilliger Mitgliedschaft die Dachorganisation der Handwerkskammern.

Die Handwerkskammern bilden zusammen mit den Handwerksinnungen die sich auf Bundesebene zu einem Zentralfachverband zusammenschlieen, den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), der die Handwerkspolitik im nationalen und internationalen Rahmen vertritt.

Das hchste Organ ist die Vollversammlung der Handwerkskammer, deren Mitglieder zwei Drittel Arbeitgebervertreter und ein Drittel Vertreter der im Handwerk beschftigten Arbeitnehmer sind.

Die Handwerkskammer frdert die Interessen ihrer Mitgliedsbetriebe, indem sie die Unternehmen unter anderem in betriebswirtschaftlichen, technischen und rechtlichen Fragen bert. Die Handwerkskammer berwacht die handwerkliche Berufsausbildung.




Hier eine bersicht ber die wichtigsten Funktionen der Handwerkskammer:

  • Sie vertritt die Interessen der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter gegenber der ffentlichkeit, insbesondere in den Kommunen und der Landespolitik

  • betreibt eine aktive ffentlichkeitsarbeit fr das Handwerk

  • unterhlt Kontakte zu allen wichtigen gesellschaftlichen Gruppen

  • arbeitet eng mit den Kreishandwerkerschaften und den Verbnden zusammen

  • fhrt das Register der eingetragenen Unternehmen (Handwerksrolle) und der Ausbildungsverhltnisse

  • strkt die duale Berufsausbildung

  • unterrichtet ber Zahlen und Fakten aus dem Handwerk

  • ist fr die Prfungen in der handwerklichen Berufsaus- und Weiterbildung verantwortlich

  • bietet den Mitgliedsunternehmen ein umfassendes Dienstleistungsangebot

  • gibt die Schriftenreihe Information und Dokumentation mit Zahlen, Daten und Befragungsergebnissen zum Handwerk heraus

  • betreut den Juniorenkreis Handwerk als Nachwuchsorganisation der Handwerkskammer

  • betreiben eine Gesellschaft zur Qualifizierung im Handwerk GQH

  • die Satzung der Handwerkskammer und der Haushalt sowie die Beitragssatzung werden ffentlich bekannt gemacht.



  • Ein kleiner Streifzug durch die Handwerksordnung
    Die Voraussetzungen zum Fhren eines Handwerksbetriebes
    Eine der wichtigsten Aufgaben der Handwerkskammern ist die Fhrung der sogenannten Handwerksrolle. Ein Bundesgesetz, nmlich die Handwerksordnung (HwO) regelt umfassend und verbindlich, wer sich selbstndig in einem Handwerksberuf oder mit wesentlichen Ttigkeiten des Handwerks befassen darf. Letztmalig wurde die HwO im Frhjahr 1998 novelliert und vor allem die beiden Anlagen A und B, in denen die Berufsfelder der nunmehr 94 Vollhandwerke und 57 handwerkshnlichen Gewerbe geregelt sind, angepasst.


    Nachfolgend einige wichtige Vorschriften, die in der Handwerksordnung enthalten sind:
    Erst mit der vollzogenen Eintragung in die Handwerksrolle ist ein Betrieb berechtigt, selbstndig und auf eigene Rechnung ein Handwerk auszuben (das gilt brigens fr jede Rechtsform).

    Eine wesentliche Teilttigkeit eines Handwerks liegt dann vor, wenn zur selbstndigen Ausfhrung dieser Arbeiten wesentliche Kenntnisse und Fertigkeiten des betreffenden Handwerksberufes notwendig sind.

    Es darf nur das Handwerk betrieben werden, fr das auch eine Eintragung in die Handwerksrolle besteht. Werden mehrere Handwerke gleichzeitig betrieben, so muss fr alle ausgebten Handwerke eine Eintragung in die Handwerksrolle bestehen. Auch Lohn- und Zulieferbetriebe unterliegen der Pflicht zur Eintragung in die Handwerksrolle, genauso wie nebenberuflich Ttige oder Rentner, die ein Handwerk betreiben.

    Auch Subunternehmer, die nur im Auftrag anderer Gewerbetreibender ttig sind, unterliegen den Vorschriften der Handwerksordnung, da in der Regel alle Merkmale einer selbstndigen Ttigkeit gegeben sind. Betriebsinhaber, die mit Subunternehmen zusammenarbeiten, sollten sich deshalb vor der Aufnahme einer Zusammenarbeit bei der Handwerkskammer ber die gewerberechtliche Zulssigkeit erkundigen.

    In die Handwerksrolle kann als Gewerbetreibender (=selbstndiger Einzelunternehmer) nur eingetragen werden, wer die Meisterprfung im ausgebten Handwerk oder in einem mit diesem verwandt erklrten Handwerk bestanden hat. Die Anmeldung zur Meisterprfung gengt nicht!



    Ausnahmen von der zuvor genannten Regel gibt es fr den folgenden Personenkreis:
  • In die Handwerksrolle knnen zur Fhrung eines Handwerksbetriebes auch Personen eingetragen werden, die eine von der Handwerksordnung fr das auszubende Handwerk anerkannte Prfung an einer wissenschaftlichen Hochschule oder einer Fachhochschule erfolgreich abgelegt haben und eine mindestens dreijhrige praktische Ttigkeit oder die Gesellenprfung in dem Handwerk nachgewiesen haben, fr das sie in der Handwerksrolle eingetragen werden wollen.

  • Auf Antrag kann das zustndige Regierungsprsidium (Tbingen bzw. Karlsruhe) nach Anhrung der Handwerkskammer und - sofern dies gewnscht wird - der Innung, eine befristete oder unbefristete Ausnahmebewilligung u. U. auch beschrnkt auf eine Teilttigkeit, erteilen. Bei der Antragstellung muss jedoch glaubhaft nachgewiesen werden, dass die Ablegung der Meisterprfung in Zukunft unzumutbar ist. Vor der Erteilung der Bewilligung ist in der Regel noch bei einer Sachkundeprfung meisterliches Knnen nachzuweisen. Mit Rcksicht auf die Gleichbehandlung aller selbstndigen Handwerker kann eine solche Ausnahmebewilligung nur in echten Hrtefllen erteilt werden.

  • Vertriebene oder Flchtlinge, die vor ihrer Vertreibung eine der Meisterprfung gleichwertige Prfung auerhalb des Geltungsbereiches der HwO bestanden haben, knnen nach einer Gleichstellung durch die Kammer in die Handwerksrolle eingetragen werden.

  • EU-Staatsangehrige, die in ihrem Heimatland mindestens 6 Jahre - und vor nicht mehr als 10 Jahren - selbstndig oder in leitender Stellung das betreffende Handwerk betrieben haben und dies glaubhaft durch amtliche Zeugnisse nachweisen knnen, knnen fr die selbstndige Ausbung dieses Handwerksberufes in die Handwerksrolle eingetragen werden. Hierzu ist eine Ausnahmebewilligung des zustndigen Regierungsprsidiums notwendig.

  • Nach dem Tode eines selbstndigen Handwerkers darf der berlebende Ehegatte den Betrieb zeitlebens fortfhren, muss aber nach Ablauf eines Jahres nach dem Tode des selbstndigen Handwerkers der Handwerkskammer einen vollbeschftigten Betriebsleiter nachweisen, der die Voraussetzungen erfllt. In Gefahrenhandwerken oder bei Ausbildung von Lehrlingen kann die sofortige Beschftigung eines Meisters verlangt werden.


    Wer gegen die zuvor genannten Vorschriften der HwO verstt, kann durch die zustndige Behrde (Landratsamt/Stadtverwaltung) nach Paragraph 16 Abs. 3 HwO bestraft werden. Neben der zwangsweisen Schlieung des Betriebes kann der Inhaber mit einem Bugeld von bis zu 10.000 Euro plus Gewinnabschpfung belegt werden.





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  • Ansprechpartner fr die Mitglieder aus dem Handwerksbereich der
    IG Metall Weser-Elbe



    Simon Goldenstein
    Gewerkschaftssekretr
    der Geschftsstelle Weser-Elbe
    Tel: 0471 92203-0
    simon.goldenstein@igmetall.de


    Michael Bode
    Ehrenamtlicher Vorsitzender des Ortshandwerksausschusses
    und
    Betriebsratsvorsitzender bei
    BLG AutoTec Bremerhaven
    online-redaktion@nord-com.net