Senvion stellt Insolvenzantrag

IG Metall Kste fordert Perspektive fr Beschftigte des Windanlagenherstellers Senvion

(11.04.2019) Nachdem der Windanlagenhersteller Senvion fr die beiden deutschen Gesellschaften Senvion GmbH und Senvion Deutschland GmbH Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hat, fordert die IG Metall Kste eine Zukunft fr die Standorte und die 2100 Beschftigten in Deutschland. "Die Ankndigung ist ein Schock fr die Mitarbeiter, die ber Jahre ihr Know-how fr das Unternehmen und die Windkraftbranche eingebracht haben", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Kste. "Die Beschftigten brauchen eine Perspektive. Das ist fr uns das Wichtigste in dieser schwierigen Lage", so der Gewerkschafter.

(Foto: Markus Scholz)

"Dass die finanzielle Situation angespannt ist, war allen klar. Aber dass Eigentmer und Banken sich bisher nicht einigen konnten, weiteres Geld einzusetzen, und den Gang zum Insolvenzrichter in Kauf nehmen, ist beunruhigend", erklrte Geiken. Unklar sei auch, was der Einstieg von neuen Investoren mit kurzfristigem Interesse bedeute. "Wir werden uns jetzt eng mit den Betriebsrten und den IG Metall-Geschftsstellen abstimmen und die weiteren Schritte planen. Dafr ist am Freitag ein erstes Treffen geplant."

Der Gewerkschafter forderte die Untersttzung der Landesregierungen in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein ein. "Wir werden auf die Ministerprsidenten und Wirtschaftsminister zugehen und mit ihnen beraten, welche kurzfristigen Manahmen zur Sicherung der Beschftigung und Standorte mglich sind", so Geiken. "Fr die Zukunft der Windindustrie in Deutschland ist entscheidend, dass die Bundesregierung umgehend fr einen ambitionierteren und verlsslichen Ausbaupfad sorgt. Anders sind die Klimaschutzziele nicht zu erreichen und anders lassen sich auch Arbeitspltze und Wertschpfung in der Branche nicht sichern."

Die IG Metall Kste erinnert an die Auseinandersetzung mit dem Unternehmen in 2017, als dieses die Streichung von 730 Stellen und die Schlieung der Werke in Husum und Trampe sowie Powerblades in Bremerhaven angekndigt hatte. "Die Geschftsfhrung verweigerte damals jede Diskussion um Alternativen zu Entlassungen und Standortschlieungen", so Geiken. "In einer harten Auseinandersetzung haben wir gut ausgestattete Sozialplne und Transfergesellschaften durchgesetzt. Der Konflikt damals hat gezeigt: die Belegschaft bei Senvion ist bereit, fr ihre Interessen zu kmpfen."

Bislang bezieht sich der Insolvenzantrag auf die Senvion GmbH und die Tochtergesellschaft Senvion Deutschland. Im Verlauf der Woche sollen weitere Konzerngesellschaften dazukommen.
Die Senvion SA, die bis 2014 "Repower Systems" hie, gehrt zu den nach Umsatz zehn grten Windanlagenherstellern der Welt. Das Unternehmen beschftigt rund um den Erdball etwa 4000 Mitarbeiter, 1000 davon alleine in Schleswig-Holstein. Die Produktion luft vor allem in Bremerhaven mit ca. 230 Beschftigten.