1. Mai - Der Tag der Arbeit

Kurze Geschichte des 1. Mai

(12.12.2015) Vom Kampftag zum Feiertag - hier gibt es einen kurzen Blick in die Geschichte des 1. Mai

Blick in die Geschichte
des 1. Mai



Vom Kampftag zum Volksfest
Demonstrationszge, Musik und politische Reden, Transparente und Fahnen, Sport und Spiel fr die Kinder, Dnerbuden und Freibier - Volksfestatmosphre. Mit Vielfalt prsentieren sich die Gewerkschaften in Deutschland am 1. Mai. Umzge und Reden sind nicht mehr alles.

Vor 110 Jahren, 1890, wurde zum ersten Mal an diesem Datum in Deutschland demonstriert. Geschaffen wurde der Maifeiertag in Paris. Fhrende Sozialisten Frankreichs hatten zum 14. Juli 1889 in die Seine-Metropole zu einem internationalen Arbeiterkongress eingeladen.

Der Geburtstag der franzsischen Revolution wurde zelebriert, ein Jahrhundert zuvor begann sie an jenem Datum mit dem Sturm auf die Bastille, das Staatsgefngnis. Rund 390 Delegierte von Arbeiterparteien, Gewerkschaften und anderen sozialistischen Gruppen aus fast allen europischen Staaten, den USA und Argentinien grndeten die zweite (Sozialistische) Internationale, und auf der letzten Sitzung des Kongresses am 20. Juli riefen sie zu weltweiten Demonstrationen am 1. Mai 1890 auf. Der Termin wurde gewhlt, weil der amerikanische Arbeiterbund bereits Kundgebungen an diesem Tag beschlossen hatte.

In den USA hatte der 1. Mai als Kampftag der Arbeiterschaft als sogenannter Moving Day schon Tradition, keine lange zwar, aber doch eine bedeutende. Am 1. Mai 1886 begannen Arbeiter in Chicago ihren Kampf fr den 8-Std-Tag, der von den Kapitalisten brutal unterdrckt wurde. Vier ihrer Anfhrer, Parkons, Engels, Fischer und Spies wurden hingerichtet. Dieses war der Anlass zu weltweiter Solidaritt unter den Arbeitern. Die Aktionen der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung konzentrierten sich deshalb auf diesen Tag.

Illegal beim Kaiser...
Im deutschen Reich galt am 1. Mai 1890 noch das "Gesetz gegen die gemeingefhrlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" (Sozialistengesetz) von 1878, mit dem Reichskanzler Otto von Bismarck die Arbeiterbewegung vernichten wollte, indem er sie weitgehend in die Illegalitt drngte. Um keine erneute Verlngerung des gesetzlichen Knebels zu provozieren, hatte die sozialdemokratische Reichstagsfraktion von einer allgemeinen Arbeitsruhe am 1. Mai 1890 abgeraten. In einigen Stdten setzte sich die Parteilinie nicht durch, Zehntausende legten die Arbeit nieder und demonstrierten, viele von ihnen wurden deshalb zeitweise ausgesperrt.

Im folgenden Jahr empfahl die sozialdemokratische Reichstagsfraktion in einem Aufruf, "Die Maifeier am ersten Sonntag im Mai zu begehen und weiter dahin zu wirken, dass auch fr die Zukunft der gleiche Tag festgehalten wird". Der Vorschlag wurde fr gut befunden. Die Maikundgebungen am Sonntag verzeichneten Massenandrang. Aber zufrieden waren die Teilnehmenden mit dieser Lsung nicht.

Nachdem die sogenannte Novemberrevolution 1918 die Monarchie in Deutschland zur Geschichte machte und der Krieg beendet war, begann auch fr den Maifeiertag ein neues Kapitel. Am 1. April 1919 beschloss die Weimarer Nationalversammlung mit einem Gesetz, den 1. Mai 1919 als allgemeinen Feiertag zu begehen. In den folgenden Jahren scheiterten Vorste, ihn reichsweit als gesetzlichen Feiertag zu etablieren. Erfolgreich war man nur in einigen Lndern: in Braunschweig (hier wurde er 1931 wieder abgeschafft), in Hamburg, Lbeck, Sachsen und Schaumburg-Lippe.

Whrend am 1. Mai 1919 im brigen Deutschland gefeiert wurde, kam es in Mnchen zu einem Blutbad mit rund eintausend Toten. Reichstruppen zerschlugen die Bayerische Rterepublik, die am 7. April proklamiert worden war.

Die Maifeiern in der Weimarer Republik wurden durch die Spaltung der Arbeiterbewegung geprgt. Sozialdemokraten, Kommunisten und andere politische Richtungen veranstalteten mit den ihnen nahe stehenden Gewerkschaften meistens eigene Kundgebungen und Demonstrationszge.

...und den Nazis
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der 1. Mai am 10. April 1933 per Gesetz zum bezahlten "Feiertag der nationalen Arbeit". Am 2. Mai 1933 bernahmen die Nationalsozialisten die Freien Gewerkschaften gewaltsam. Die Gewerkschaftshuser wurden gestrmt, Funktionre verhaftet, gefoltert, ermordet. Am 27. Februar 1934 machte ein Gesetz den 1. Mai zum "Nationalen Feiertag des deutschen Volkes".

Erst nach dem zweiten Weltkrieg konnte am 1. Mai in der Tradition der Arbeitnehmerbewegung gefeiert werden. Die zerschlagenen Gewerkschaften entstanden neu. Mit groen Maikundgebungen knpfen die Gewerkschaften 1946 im befreiten Deutschland an die alte Tradition an. In der DDR sollte spter an jenem Tag die Einheit von Regierenden und Regierten demonstriert werden.





"Hoch die internationale Solidaritt.
Arbeiter aller Lnder vereinigt Euch."



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